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In der Woche vom 30. August bis 05. September wurde in der „Freien Hochschule für anthroposophische Pädagogik" in Mannheim
eine Studienwoche zum Bauimpuls Rudolf Steiners durchgeführt. Es konnte damit die im vergangenen Jahr begonnene Arbeit vertieft und weiterentwickelt werden.
Die Anwendung des „Organischen Baustils" auf moderne Zweckbauten war diesmal das Schwerpunktthema der
künstlerisch-praktischen Arbeit an den Vormittagen. Am Nachmittag wurde nach dem Modell das Zweiten Goetheanums modelliert. Die Eurythmistin Christine Morf und der Musiker Günther Blechert gaben zweimal täglich
vorbereitende Kurse zum Architekturerleben. Rudolf Steiners „Ergänzende Bemerkungen" zu einem Architekturvortrag während einer öffentlichen Tagung in der Technischen Hochschule in Darmstadt, vom 25. bis
30.7.1921, bildeten die Grundlage der morgendlichen Textarbeit.
Die Gesprächszeiten am Nachmittag waren gefüllt mit Beiträgen von Teilnehmern und Fragestellungen zum Wesen des Organischen
Baugedankens, zur Entwicklung der Organischen Baukunst und zu Phänomenen der Gegenwartsarchitektur. Die Studienwoche bekam einen besonderen Charakter durch die Tatsache, daß viele der Anwesenden Mitwirkende und
Teilnehmer zugleich waren.
An den Abenden wurden Vorträge zu den folgenden Themen gehalten: „Beispiele moderner Zweckbauten im Organischen Baustil" (Horst Pentzek), „Der
Schritt vom Ersten zum Zweiten Goetheanum" (Alexander Schaumann), „Zur: Wahrnehmung spiritueller Qualitäten an Bauwerken" (Gerhard Meighömer), „Der Organische Baustil in Skandinavien (Peter Epp), „Der
Weg durch den Raum zu den Formen des Goetheanums" (Günter Blechert), ,JDie Beziehung der Pädagogik zur Architektur des Organischen Baustils" (Günter Luft) und „Quellen und Wege des Organischen Baustils" (Ulrich Schöne),
Die Gegenüberstellung zeitgenössischer Erscheinungen in der Architektur mit dem ursprünglichen Inhalt des Organischen Bauens
führte die Teilnehmer zu dem Bewußtsein der dringenden Notwendigkeit einer Vertiefung und Erneuerung des Organischen Bauimpulses zum Jahrtausendende.
Rudolf Steiner am 17. Juni 1914: „... laßt noch so viel die Menschen nachsinnen, wie sie durch äußere Einrichtungen
Verbrecherisches und Vergeherisches aus der Welt schaffen: wahre Heilung vom Bösen zum Guten wird in der Zukunft für die Menschenseelen darin liegen, daß die wahre Kunst jenes geistige Fluidum in die menschlichen
Seelen und in die menschlichen Herzen senden wird, so daß diese Menschenseelen und -herzen - wenn sie das Fluidum auf sich wirken lassen von dem, was geworden ist in architektonischer Skulptur und anderen Formen -
dann, wenn sie lügnerisch veranlagt sind, aufhören zu lügen; daß, wenn sie friedensstörerisch veranlagt sind, aufhören, den Frieden ihrer Mitmenschen zu stören.
Baulichkeiten werden zu sprechen beginnen. Eine Sprache werden sie sprechen, die heute die Menschen noch nicht einmal ahnen."
Ulrich Schöne
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