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Zum Bauimpuls Rudolf Steiners
Das zentrale Anliegen des Bauimpulses Rudolf Steiners ist die
Übereinstimmung von Inhalt und Form. Eine Übereinstimmung, die in allen Organismen bereits besteht und die vom Menschen auf dem Gebiet der Architektur herbeigeführt werden kann.
Voraussetzung hierfür ist eine genaue Kenntnis des Inhaltes des
zu errichtenden Bauwerkes. Dieser Inhalt besteht aus den in einem bestimmten Gebäude enthaltenen Funktionen, Einrichtungen und Gegenständen, in den Tätigkeiten der Menschen, in den Absichten und Zielen der
Tätigkeiten, in den in dem Bauwerk zu erwartenden Gedankenrichtungen und Gefühlen.
Die Summe der Eigenschaften soll als Ganzheit erlebt und in
ihrer Vielfalt differenziert wahrgenommen werden. Das Hauptsächliche muss herausgearbeitet und das Untergeordnete dem Gesamtbild eingegliedert werden. Die Wechselwirkung der Teile und ihre gegenseitige Beziehung
wird sich im Ganzen wieder finden. Hieraus entsteht der Duktus des Bauwerkes, die in der Gestaltbildung dominierende Kraft.
Einen Widerspruch der Teile zum Ganzen kann es nicht geben, da die Vielfalt in der Einheit zusammenlebt.
Ist es bis zu einem gewissen Grade zum Eindringen in den Inhalt
und zur Anschauung der Teile gekommen, so werden sich dem Architekten des Organischen Bauens die Konstruktions- und Raumformen erschließen, die im besten Sinne das Ganze und seine Teile zu umschließen vermögen. Je
deutlicher und intensiver die Vorstellung von dem Wesen des Inhaltes und seiner Teile ist, umso mehr wird sich der Drang nach einer dem Wesen entsprechenden Gestaltbildung ergeben.
Das eigentliche Resultat des ganzen Vorganges ist die die Ziele
und Absichten der Einrichtung in allen Teilen fördernde architektonische Form nach innen und der Ausdruck seines Wesens in der äußeren Form.
Der Bau soll den Charakter seines Wesens nach außen offenbaren,
und er soll in größtmöglicher Weise die inhaltlichen Gegebenheiten und Intentionen fördern und stützen.
Der organische Baugedanke führt in seiner Verwirklichung zu dem
im Organischen notwendigen Zusammenhang von Inhalt und Form.
Der eigentliche Sinn eines Bauwerkes ergibt sich erst aus dem
Zusammenwirken der inneren Vorgänge mit den dazugehörigen architektonischen Formen. Der Baugedanke gibt gleichzeitig den Anstoß dazu, die besten Kräfte einer Einrichtung, ihre Entwicklungsziele und Aufgaben zu
erkennen, um ihnen die angemessene und förderlichste Umgebung zu geben.
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